Unternehmensberatung Gesundheits- & Sozialwesen

Bei meiner Unternehmensberatung lege ich großen Wert auf Gesundheit für alle betrieblichen Akteure- Gesundheit als Unternehmensziel, gesundheitsförderliches Führen, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz als Prinzip unternehmerischen Handelns. Denn die körperliche und psychische Gesundheit und Unversehrtheit der Beschäftigten kann nicht hoch genug geschätzt werden.

Gesundheit als Nebenwirkung guter Personalführung und menschengerechter Arbeitsgestaltung

Überlegen Sie, wie Sie die Unternehmensergebnisse nachhaltig halten oder verbessern? Denken Sie an andere Wege der Personalführung oder die Verbesserung der internen Kommunikation?

Dann kann ich Sie nur bestärken, bei diesen Fragen am Ball zu bleiben, denn viele Studien haben gezeigt: gute Personalführung und menschengerechte Arbeitsgestaltung führen mittel- bis langfristig zu besserer Gesundheit in Ihrem Betrieb: Ihrer eigenen Gesundheit und der Ihrer Mitarbeiter*innen.

Ich begleite Sie sehr gern auf diesem Weg und biete Ihnen Impulse, Perspektivwechsel und Reflexion im geschützten Raum- aber auch Fragen, die irritieren und dadurch nützlich sein können. Doch zunächst ein genauerer Blick auf die Zusammenhänge von „Gesundheit“ und „Führung“.

Gesundheit als zentraler Wert eines Unternehmens - auch schon VOR Corona

Gesundheit wird von gesunden Menschen meist als selbstverständlich angesehen. Erst wenn sie erkrankt sind, wird ihnen die Bedeutung der Gesundheit bewusst. Oft fällt Betroffenen schwer, sich an veränderte Erfordernisse anzupassen, sich neue Lebensziele zu setzen oder den Verlust von Lebensqualität zu bewältigen.

Durch die Corona-Pandemie ist dieser Aspekt mehr als überdeutlich geworden- und zwar nicht nur auf individueller, sondern auch auf gesellschaftlich-globaler Ebene. Gesundheit war immer schon ein unmittelbarer Einflussfaktor auf den Unternehmenserfolg und auf das Überdauern eines Unternehmens. Arbeitsunfähige Mitarbeiter*innen bedeuten Verluste der Produktivität. Sind Führungskräfte erkrankt, kann das Unternehmen von den Aufsichtsbehörden geschlossen werden- so geschehen in einigen Pflegediensten, deren Pflegedienstleitung und die Stellvertretung sich mit dem Coronavirus infiziert hatten.

Doch auch schon vor Corona hatten Einrichtungen, deren Führungskräfte eine gesunde, wertschätzende Führung praktizieren, entscheidende Vorteile: geringere Krankenzahlen, weniger Fluktuation, höhere Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit, leichtere Gewinnung von Nachwuchs und Bindung von Mitarbeiter*innen. Gesunde Mitarbeiter*innen aller Hierarchieebenen sind also eine wichtige Voraussetzung für ein betriebswirtschaftlich gesundes Unternehmen (DGUV-Report 1/2013).

„Das einzig wirklich Wichtige im Handeln der Führenden ist die Schaffung und Aufrechterhaltung einer Kultur.“

In „Reinventing Organizations“ (Frederic Laloux)

Gesundheitskultur im Unternehmen - gesunde Unternehmenskultur

In manchen Unternehmen existiert eine Art stille Übereinkunft über gemeinsame gesundheitsbezogene Werte, die wie selbstverständlich von vielen Mitarbeiter*innen geteilt werden, auch ohne ständig darüber zu reden. Diese Übereinkunft wird von den Führungskräften als Vorbilder maßgeblich geprägt: Durch ihren Führungsstil, ihr Gesundheitsverhalten und ihr (Gesundheits-) Managementverhalten. Kurz gesagt: Im Unternehmen hat sich eine Gesundheitskultur etabliert, deren Kern die gemeinsamen Nomen, Werte und Einstellungen sind (Zimolong, Elke & Bierhoff 2008).

Dieser Kulturkern ist nicht sichtbar und zum Teil sogar unbewusst (Schein 1990). Er wird jedoch vermittelt durch das Verhalten der Führungskräfte, durch die Gestaltung von Strukturen und Prozessen und durch gelebte Regeln.

Kulturkern
Abb.: Schalenmodell der Gesundheitskultur
Kulturkern im Detail mit seinen Schichten
Abb.: Schalenmodell der Gesundheitskultur

Maßnahmen der Gesundheitsförderung und des gesetzlich vorgeschriebenen Arbeits- und Gesundheitsschutzes (Prävention) gehören zum sichtbaren Teil der Gesundheitskultur hierher- aber auch SIE müssen im Kulturkern verankert sein: Betriebliches Gesundheitsmanagement

Die alleinige Abarbeitung von Vorschriften, Checklisten und Verfahrensanweisung führt jedoch bestenfalls zur Erfüllung der gesetzlich geforderten Mindeststandards. Dies reicht aber nicht, um eine nachhaltige Gesundheitskultur zu entwickeln. Es braucht die innere Überzeugung der Akteure, einen sinnvollen Beitrag zum Unternehmenswert „Gesundheit“ zu leisten.

Wie kann es gelingen, eine positive Gesundheitskultur zu etablieren und zu erhalten?

Werte, Einstellungen und Gesundheitsbewusstsein können nicht angeordnet werden. Sie brauchen Zeit, sich zu entwickeln. Führungskräfte sind in diesem Prozess die entscheidenden Promotoren.

Mit Umsetzung der ABC-Strategie erhöhen Sie die Chancen, die Grundlagen für eine positive, gesunde Unternehmenskultur zu schaffen (Elke & Gurt 2013, Elke 2019):

  • Austausch:
    Information und Kommunikation sind die Erfolgsfaktoren einer gelungenen Veränderung.
  • Beteiligung:
    Einbindung und Beteiligung nutzen das Expertentum vor Ort, fördern die Akzeptanz, das Engagement und die Übernahme von Eigenverantwortung.
  • Commitment der Führung:
    Der Erfolg jeder Veränderung ist abhängig von der Identifikation mit den Zielen und dem sichtbaren Engagement des Managements und aller Führungskräfte.

Ein Blick in die Details: Wesentliche Erfolgsfaktoren für eine „gesunde Unternehmenskultur“

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor:

Beziehungsgestaltung zu den Mitarbeiter*innen

Um eine produktive, vertrauensvolle Beziehung zu ihren Mitarbeiter*innen zu gestalten, können sich Führungskräfte zwischen 2 Polen bewegen. Beide sind notwendig und mit veränderten Anteilen im Führungshandeln präsent, um Motivation, Leistung und Wohlbefinden der Beschäftigten zu stärken:

Mitarbeiterorientierung und Aufgabenorientierung.

Mitarbeiterorientierung

  • ist freundlich, offen, fair
  • ansprechbar, zuverlässig
  • zeigt Anerkennung
  • beteiligt und bindet ein
  • fördert Eigeninitiative
  • berücksichtigt individuelle Unterschiede

  • Respekt
  • Wertschätzung
  • Vertrauen
  • Unterstützung
  • Zweiseitige Kommunikation

Aufgabenorientierung

  • informiert
  • setzt/vereinbart Ziele
  • überwacht
  • gibt Rückmeldung
  • setzt Anreize
  • moderiert, unterstützt
     

  • Struktur
  • Systematik
  • Klarheit
  • Transparenz

Motivation + Leistung + Wohlbefinden

Quelle: Gurt & Elke (2015)

Mitarbeiterorientierung als oft unterschätzter Einflussfaktor auf Gesundheit

Die Gewichtung hängt von der jeweiligen Aufgabe ab, von der Mitarbeiter*innen und von Persönlichkeit der Führungskraft. Jedoch sollte die Mitarbeiterorientierung als wesentliche Voraussetzung für die Gesundheit der Beschäftigten nicht unterschätzt werden. Dazu die Zahlen aus der Studie von Zok (2011):

Anmerkung zu Tabelle: MSE = Muskel-Skeletterkrankungen

Tabelle als Grafik zur Mitarbeitergesundheit

Ein weiterer Erfolgsfaktor:

Vorbild sein mit dem eigenen Gesundheitsverhalten

Führungskräfte wirken auch indirekt auf die Entwicklung der Gesundheitskultur ein. Mit ihrem eigenen Gesundheitsverhalten senden sie Botschaften aus, wie wichtig oder unwichtig ihnen ihre eigene Gesundheit ist. Das können die Einhaltung der Pausenzeiten sein, die Versendung von Mails an Wochenenden oder spät am Abend, ihre Ernährung oder anderes sein.

Auch die Art und Weise, wie Sie Ihre unmittelbaren Mitarbeiter*innen führen, wird genau wahrgenommen. Damit prägen Sie zum Beispiel die Kommunikations- und Fehlerkultur.

Sie setzten also mit Ihrem Verhalten Maßstäbe, die eine große Wirkung auf das Gesundheitsverhalten der Mitarbeiter*innen entfalten.

Vorbildfunktion einer Führungskraft als Grafik

Franke & Felfe (2011) beschrieben im Fehlzeiten-Report (Badura et al. 2011) Zusammenhänge zwischen dem bis dato kaum beachteten Vorbildverhalten der Vorgesetzten und der Anzahl von Mitarbeiter*innen mit/ohne psychischen Beeinträchtigungen oder psychosomatischen Beschwerden - siehe diese Grafik:

Grafik zu Mitarbeiterumfrage

Der dritte Erfolgsfaktor:

Managementverhalten als ausgewogene Mischung

aus Klarheit, Strukturen, Regeln (Arbeits- und Gesundheitsschutz-Struktur) und Kreativität, Freiraum, Intuition (Präventions-Kultur)

Erfahrene Führungskräfte wissen, wie beides bei der Führung von Teams und in verschiedenen Phasen des Arbeitsprozesses und bei der Personalführung zu gewichten ist, damit Sinnstiftung und Gesundheitsentwicklung am Arbeitsplatz gelingen.

Auch das kann ein Ansatzpunkt meiner Beratung sein: Wo braucht es Struktur, wo braucht es Kultur? Wenn Sie in Schaffung von Strukturen viel Energie investieren: wie ist die Wirkung?

Wollen Sie schnelle „Erfolge“ oder trauen Sie sich einen langen Atem zu, um Ihre Anliegen zu verfolgen? Oder wo brauchen Sie das eine, wo das andere?

Strukturen & Systematik
Explizite Regeln

 

Kultur
Implizierte Regeln

Verhalten lenken und fördern durch:

  • Schaffung von Strukturen (klare Verantwortlichkeiten)
  • Vorgaben und Begründung von konkreten Regeln
  • Setzen von Anreizen
  • Monitoring der Umsetzung und Feedback der Ergebnisse
  • Ziehen von positiven und negativen Konsequenzen

Bewusstsein & Bereitschaft fördern durch

  • Austausch und Kommunikation
  • Beteiligung der Mitarbeiter
  • Commitment und Vorbildverhalten der Führungskräfte
  • Gemeinsame Erfahrungen
  • ...

Wenn Sie überlegen, das Verhalten von Mitarbeiter*innen zu beeinflussen, berücksichtigen Sie den Ausspruch des Mathematikers und Astronomen Sir Isaac Newtons:

„Ich kann die Bewegung der Himmelskörper berechnen,
aber nicht das Verhalten der Menschen.“

Ich werde Sie bei meiner Unternehmensberatung dazu einladen, den Blick zu weiten oder tiefer zu schauen, um Lösungsansätze zu finden.

Bevor Strukturen, Prozesse, Kennzahlen analysiert werden, kann es also sinnvoll sein, sich zunächst der Tiefenstruktur zu widmen, z.B. durch folgende Fragen:

  • Welche verbindenden Werte sind in der Leitungsebene präsent?
  • Wie werden diese von allen Führungskräften mit Leben gefüllt?
  • Welche gesundheitsbezogenen Einstellungen prägen Ihr Führungshandeln?
  • Welches Menschenbild haben Sie von Ihren Mitarbeiter*innen?
  • Was sehen Sie als Ressourcen des Unternehmens, der Führungskräfte an?
  • Wer kann zur Weiterentwicklung Ihres Unternehmens und seiner Gesundheitskultur beitragen?

Die Art und Weise des Vorgehens werde ich immer mit Ihnen abstimmen. Ihre Anliegen und Ziele stehen im Mittelpunkt meiner Beratung.